Von April 2021 bis August 2023 war ich als Lead Community Manager für Amazon Prime Video tätig – einem der größten Streaming-Dienste der Welt. In dieser Zeit habe ich eine der größten Entertainment-Communitys Europas auf Facebook, X, TikTok und Instagram strategisch gesteuert und weiterentwickelt. Plattformübergreifend, täglich, mit 16 Millionen Fans.


Eine Community in dieser Größenordnung ist kein Content-Job

Wer noch nie eine Community von mehreren Millionen Menschen betreut hat, unterschätzt schnell, was das in der Praxis bedeutet. Es geht nicht ums Posten. Es geht nicht ums Kommentare beantworten. Es geht darum, eine konsistente Markenstimme über vier Plattformen hinweg zu halten – während gleichzeitig neue Serien launchen, Fans polarisieren, Kontroversen entstehen und internationale Teams unterschiedliche Erwartungen haben.

Genau das war meine Aufgabe.


Was ich bei Amazon Prime Video verantwortet habe

Als Lead Community Manager war ich die zentrale Anlaufstelle für alles, was die Fan-Community in der DACH-Region betraf. Meine Verantwortung umfasste:

Strategische Planung und tägliche Steuerung der Community auf Facebook, X, TikTok und Instagram mit insgesamt 16 Millionen Fans.

Entwicklung und Durchsetzung von Community-Guidelines, Tonalitätsvorgaben und Eskalationsprotokollen, die sicherstellten, dass jede Interaktion zur Marke Amazon Prime Video passte.

Community-Krisenmanagement bei sensiblen Themen – ob kontroverse Serien-Inhalte, politisch aufgeladene Diskussionen oder öffentliche Kritik an Produktionsentscheidungen.

Enge Zusammenarbeit mit internen Teams in Berlin, London und Amsterdam, um Community-Feedback direkt in Produktions- und Marketing-Entscheidungen einfließen zu lassen.

Entwicklung von Community-Formaten, die Engagement fördern und die Bindung der Fans an die Plattform langfristig stärken.


Was 16 Millionen Fans in der Praxis bedeuten

16 Millionen Fans bedeuten nicht 16 Millionen gleichartige Menschen. Es bedeutet: Superfans, die jeden Plot-Punkt kennen. Gelegenheitsnutzer, die zufällig auf einen Post stoßen. Kritiker, die jeden Fehler dokumentieren. Und dazwischen Tausende von Kommentaren täglich, auf die in Echtzeit reagiert werden muss.

Jede Antwort ist öffentlich. Jede Entscheidung, nicht zu antworten, ist ebenfalls öffentlich. In diesem Umfeld konsistent, markentreu und gleichzeitig menschlich zu kommunizieren – das ist Community Management auf Enterprise-Niveau.


Krisenmanagement als Teil des Alltags

Eine Community dieser Größe kennt keine ruhigen Tage. Serien, die polarisieren. Casting-Entscheidungen, die Fans spalten. Technische Probleme, die Frustration auslösen. In solchen Momenten entscheidet die Community-Strategie darüber, ob eine Marke Vertrauen gewinnt oder verliert.

Meine Aufgabe war es, in diesen Situationen schnell zu handeln, klar zu kommunizieren und die richtigen Eskalationswege zu aktivieren. Nicht jedes Problem lässt sich mit einem guten Kommentar lösen. Aber jedes Problem lässt sich durch schlechte Kommunikation verschlimmern.


Was dieses Projekt für mich bedeutet hat

Amazon Prime Video war das bisher komplexeste und anspruchsvollste Community-Projekt meiner Karriere. Nicht wegen der Größe allein, sondern wegen der Kombination aus internationalem Umfeld, hohen Markenanforderungen und der täglichen Notwendigkeit, strategisch und operativ gleichzeitig zu denken.

Es hat mir gezeigt, dass Community Management auf diesem Niveau eine eigenständige Disziplin ist, die weit über Social-Media-Management hinausgeht. Es ist Markenführung. Es ist Krisenmanagement. Es ist Forschung über das Verhalten und die Erwartungen von Millionen Menschen.


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